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Schnittfolge

Drei Papiere reichen für „Schnittfolge“: ein graues Rechteck, eine transparente Kurve und ein schmales Stück Kobaltblau. Die offene weiße Mitte hält die Teile auseinander. Zugleich führt die Kurve den Blick von einer Kante zur nächsten.

Papiercollage aus grauem Rechteck, transparenter Kurve und einem schmalen kobaltblauen Streifen auf weißem Grund.
Schnittfolge, erste Komposition. Bildnachweis: Die Brüder Nitschmann.
Nahaufnahme einer Schnittkante im Papier, daneben eine Lage Transparentpapier.
Transparentpapier überlagert eine Kante, ohne sie vollständig zu verdecken. Bildnachweis: Die Brüder Nitschmann.

Kategorie

Collage, Grafik, Raumgliederung

Material und Technik

Graukarton, Transparentpapier, Farbkarton

Umfang

Drei Anordnungen auf Werkdruck, je 42 × 59,4 cm

Das graue Papier übernimmt die größte Fläche. Die Kurve liegt nicht mittig. Sie schneidet in das Rechteck hinein und lässt eine Seite offen. Der blaue Streifen erscheint nur einmal. Er soll keinen fertigen Titel bilden, sondern eine kleine Gegenbewegung zur grauen Fläche setzen.

Geschnitten wurde mit der Rolle und einem Stahllineal. Eine gerissene Kante hätte eine zweite Struktur ins Bild gebracht, und die Collage hätte an zwei Stellen gleichzeitig erzählt. Die Schnittkante bleibt deshalb durchgehend scharf. Sie ist die einzige harte Linie im Blatt.

Das Transparentpapier ist die eigentliche Entscheidung dieser Serie. Es liegt über einer Kante und nimmt ihr nichts weg. Was darunter liegt, bleibt lesbar, verliert aber an Kontrast. Damit entsteht eine dritte Tonstufe zwischen Grau und Weiß, ohne dass ein weiteres Papier nötig wäre.

Die Serie zeigt denselben Satz Ausschnitte in drei Anordnungen. Zuerst bleibt die Kurve knapp am Rand. Dann überlagert das Transparentpapier den Ansatzpunkt. Im dritten Bild steht der blaue Streifen weiter außen. Die Einzelteile ändern sich nicht, ihre Nachbarschaften schon. Beim Vergleich wird deutlich, wie wenig Material nötig ist, um eine Komposition zu drehen.

Entscheidend bleibt die Reihenfolge: erst schneiden, dann legen, zuletzt kleben. Das transparente Papier liegt in jeder der drei Anordnungen an einer anderen Kante. Ohne die Skizze vor dem Kleben lässt sich keine Fassung wiederholen. Verwandte Gedanken stehen in den Notizen über Papiercollage und Komposition, Abstand zwischen Formen, Farbe im Grafikdesign, Materialstudien und vergleichbare Entwurfsvarianten.

Collage mit der Kurve knapp am äußeren Rand.
Gleiche Ausschnitte, veränderte Lage. Bildnachweis: Die Brüder Nitschmann.
Collage, bei der das Transparentpapier den Ansatzpunkt der Kurve überlagert.
Das Transparentpapier überlagert den Ansatzpunkt der Kurve. Bildnachweis: Die Brüder Nitschmann.
Collage mit dem blauen Streifen weiter außen und einer größeren freien Mitte.
Der blaue Streifen steht weiter außen, die Mitte bleibt offen. Bildnachweis: Die Brüder Nitschmann.
Papiercollage aus grauem Rechteck, transparenter Kurve und einem schmalen kobaltblauen Streifen auf weißem Grund.
Das blaue Stück sinkt an seinen Platz. Stumm, in Schleife.
Material

Graukarton 300 g, Transparentpapier 42 g, Farbkarton 160 g. Geschnitten mit einer Rolle, nicht gerissen.

Aufbau

Drei Lagen, in fester Reihenfolge verklebt. Die Lage jeder Ebene ist vor dem Kleben skizziert.

Auflage

Drei Anordnungen. Die Ausschnitte bleiben unverändert, nur ihre Nachbarschaft wechselt.